E-Mail Zustellrate erhöhen, Spam Filter umgehen, 7 Tipps

E-Mail Zustellrate erhöhen, Tipps

Damit E-Mails im Posteingang landen

Wenn Öffnungsraten gering sind, fragt man sich, was war die Ursache? Was hatte man falsch gemacht? Ein Grund, fehlende Segmentierung. Die Unwissenheit, was der Leser einer E-Mail gerade brauchte.

Wenn es am fehlenden Interesse nicht lag, dann vielleicht daran, dass die E-Mail als Spam markiert wurde oder wie bei GMail, in Ordnern wie Werbung, Foren oder Benachrichtigungen einsortiert.

Du versendest keinen Spam, davon gehe ich aus. Aber möglicherweise landete die E-Mail im Spam-Postfach. Frustrierend, wenn die Lösung unklar blieb.

Tipps, wie Spam-Filter deine E-Mails möglichst unbeachtet passieren lassen:

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Wie arbeiten Spam Filter?

Generell sind diese Filter positiv zu sehen. Für Sender wie Empfänger von E-Mails. Spam ist ein Problem. Über 200 Mrd. E-Mails werden täglich versandt, 59% davon sind Spam.

Niemand wünscht diese Nachrichten, sondern E-Mails von Wert. Ebenso hindern sie deine Empfänger daran, sich die Zeit zu nehmen für deine E-Mails.

Ein Spam Filter basiert auf verschiedenen Kriterien, Algorithmen und KI-Lernprozessen. Deutsche E-Mail-Services nutzen teils die Ressourcen von Gmail, um Nachrichten besser filtern zu können. Wenn die E-Mail in Gmail zugestellt wird, wird sie wahrscheinlich auch von anderen Dienstleistern so eingestuft.


Wo Filter und Algorithmen bei einer Spam-Prüfung ansetzen

  • E-Mail-Header

Dieser enthält Server-IP-Adressen. Wer hier Angaben fälscht oder Server mit schlechtem Ruf oder fehlender DKIM Domain Authentifizierung nutzt, dessen E-Mails werden eher als Spam markiert.

  • Inhalte der Nachricht

Die Filter überprüfen die Nachricht auf Wörter, die häufig in Spam Nachrichten vorkommen.

  • E-Mail Adressen auf schwarzen Listen

Es gibt Datenbanken, auf die E-Mail-Services zugreifen, um beurteilen zu können, welche Nachrichten von Spammern kommen. Diese Nachrichten werden nicht zugestellt.

  • Benutzerdefinierte Regeln

Die Nutzer des Postfachs setzen selbst Regeln, nach denen die E-Mails gefiltert werden, die sie nicht direkt im Posteingang sehen möchten.

Es gibt noch mehr Techniken, nach denen Spam-Filter arbeiten. Das wichtigste ist, selbst sein bestes geben, um relevante Nachrichten zu verschicken.


Tipps für die Optimierung von Newslettern


1. E-Mails von eigener Domain verschicken

Für Freunde und Kollegen ist es okay, E-Mails von Freemail Anbietern wie Gmail, Gmx, Web.de oder Outlook zu verschicken. Wenn es um Newsletter geht, die in Massen verschickt werden, keine gute Idee.

Nutze eine eigene Domain

Bekannte Email Marketing Anbieter wie bspw. MailerLite, CleverReach, Klick-Tipp und GetResponse, arbeiten nah mit E-Mail Postfach Anbietern zusammen. Diese Anbieter setzen deine Domain bzw. die IP-Adresse (über die deine Nachrichten verschickt werden) auf eine weiße Liste.

Was ist mit Benachrichtigungs- und Transaktions-eMails?

Für diese kannst du bei hohem Aufkommen von Nachrichten, bspw. auf Anbieter wie SendGrid, Mailjet oder SendinBlue setzen, um solche E-Mails zuverlässig zu verschicken, ohne dass die IP-Adresse deines Webhostings davon beeinflusst ist.


siehe auch: 7 Anbieter für Transaktionsnachrichten im Überblick (extern)

Viele Hosting-Anbieter verbieten Newsletter über deren Server oder schränken den Rahmen hierfür ein. Ebenso begrenzen sie das Sendevolumen. Benachrichtigungen schließt das, ab einer gewissen Häufigkeit, ebenfalls ein.

Wer viele Benachrichtigungen und Transaktions-Emails verschickt, bezahlt bei darauf spezialisierten Anbietern, etwa 1$ oder weniger, für 1.000 solcher versendeter E-Mails.

Warum nutzen?

Die Wahrscheinlichkeit wird erhöht, dass Benachrichtigungen nicht als Spam markiert werden. Zudem wird das Vertrauen des jeweiligen Servers und dessen IP-Adresse, nicht langfristig abgestuft.

  • FROM/VON-Absenderfeld

Wechsle nur selten das FROM/VON-Absenderfeld.
Nutze keine seltsamen Namen wie 26mailWE@deinedomain.com

  • Klare Namen

Nutze klare Namen, die in einem Zusammenhang mit etwas stehen.
Bspw. newsletter@, hilfe@, support@, kontakt@ oder feedback@

Am besten Realnamen nutzen.
Bspw. vorname@eigenedomain.de


2. Domain authentifizieren

Du hast deine Absender-Adresse festgelegt mit einer eigenen Domain. Gut. Nun ist wichtig, deine Domain bei deinem E-Mail-Marketing-Anbieter zu verifizieren.

Wie das funktioniert, erfährst du von deinem E-Mail-Marketing Anbieter. Es geht darum, dass du bei der Domain (wo diese verwaltet wird) einen Texteintrag ergänzt. Dieser dient der DKIM Verifikation.

Eigene IP-Adresse für den Versand nutzen

Dadurch werden E-Mails über eine individuell zugewiesene Serverleitung geschickt, die nur man selbst benutzt. Dadurch, dass niemand anders über den selben Internetzugang sendet, ist das Vertrauen der E-Mail-Postfachanbieter größer.

Links in E-Mails mit eigener URL

Wenn du den deine Domain mit der E-Mail-Marketing Software verbindest, enthalten Links in E-Mails, die URL deiner Webseite.

Damit deine Webseite weiterhin erreichbar bleibt, nutzt du eine Subdomain. Diese wird vor deine Domain gesetzt, wie bspw. mail.deinedomain.de oder klick.deinedomain.de

Dadurch sind Links, die in deinem Newsletter eingefügt sind (auch die Abmelden-Links), einheitlich im Branding deines Auftritts gehalten. Es gibt kaum Aufschluss darüber, mit welchem Anbieter du E-Mails verschickst.

Das Vertrauen, auf solche Links zu klicken, die deine eigene Domain enthalten, kann die Klickrate verbessern.

Für professionelles Auftreten mit einer eigenen Marke, ist dieser Schritt empfehlenswert. Für kleinere Projekte oder Startups, aus Kostengründen optional.

Ob dein E-Mail-Marketing-Dienstleister diese Features anbietet, kannst du anfragen. Meist erst bei höherpreisigen Tarifen oder optional.


3. Inhalte der E-Mail überprüfen

Spamfilter überprüfen die Inhalte. Sie analysieren Wörter nicht im Kontext, wie Menschen.
Es gibt keine magischen Wörter, die das Spam-Risiko reduzieren.

Wie anfangs erwähnt, Spam Filter scannen die Texte einer E-Mail. Reine Bilder in einer E-Mail werden als leerer Bereich angesehen.

Tipps

  • Nur zu seriösen Webseiten mit Reputation verlinken.

Zusätzlich:
Affiliate Links prüfen, ob sie einwandfrei funktionieren (eine Test-Email vor der Versandfreigabe empfiehlt sich, besonders bei automatisierten Nachrichten)

Die Textlänge ist weniger bedeutend, solange sie keine Romane umfasst. Aufgrund der Lesbarkeit empfiehlt es sich, bei einer Textlänge von 200 Wörtern, Bilder, Grafiken oder andere trennende Bereiche einzufügen.

  • Das besser nicht:
  • viele Rufzeichen!!!!
  • dauerhaft Text in roter Farbe
  • Längere Phasen von Großschreibung können wie (lautes) Schreien aufgefasst werden - unangenehm zu lesen
  • Vermeide Phrasen wie „Bitte hier klicken“, „Verpasse das nicht“ oder „Das ist kein Spam/Das ist eine wichtige Nachricht“


4. keine gekauften Listen

Man ist versucht, Listen mit 100.000 oder mehr potentiellen Kunden aufzubauen und an diese relevante Inhalte zu verschicken.

Vergiss die Erwägung, hierfür auf gekaufte Listen zu setzen. Das funktioniert bestenfalls kurzfristig. Langfristig schadet es deiner Reputation.

Außerdem informiert diese Vorgehensweise die E-Mail-Postfach-Anbieter, dass du die Regeln brichst und unaufgefordert E-Mails verschickst. Diese Nachrichten werden als Spam aussortiert sein. Du wirst daraufhin als Spammer eingestuft.

Um E-Mails an Menschen zu versenden, hatten Empfänger, diesen Schritt zu bestätigen. (Double Optin Verfahren, zzgl. DSGVO Hinweis, bzgl. Nutzung der Daten für welche Zwecke.)

Im Online-Business kann es ein Käufer deiner Produkte und Dienstleistungen sein.


5. Abonnenten sich austragen lassen

Wenn Menschen sich austragen, klingt das, als wäre es enttäuschend.

Tatsächlich ist es wichtig, dass jemand sich austragen kann (am Ende jeder E-Mail ist eine Möglichkeit anzubieten, ein „Austragen“-Link).
Wäre das nicht möglich, könnten Empfänger deiner E-Mails, diese als Spam markieren. Die Reputation deiner Server sinkt.

  • Wie gehst du mit ehemaligen Abonnenten um
  • Positive Ansätze. Bspw. eine Umfrage, wo Kritik oder Wünsche geäußert werden dürfen, was besser hätte sein sollen.
  • Biete auf der Austragen-Seite nach einer Meldung wie „Danke. Austragung ist erfolgt“ eine Umfrage an. Oder biete Abonnenten die Möglichkeit, sich in eine E-Mail-Liste mit weniger häufigem Empfangs-Intervall einzutragen, bspw. wöchentlich/monatlich oder vierteljährlich.


6. Fokus auf die Betreffzeile

Der Betreff sowie die ersten 50 Zeichen der Nachricht entscheiden, ob E-Mails geöffnet werden und ob diese als Spam eingestuft werden.

Menschen, die ihr Postfach öffnen, überfliegen die Nachrichten und entweder sie bleiben mit ihrer Aufmerksamkeit bei deiner Nachricht hängen und öffnen diese, oder nicht. Deshalb investiere ein paar Gedankengänge in die Optimierung und den ersten Eindruck, den Empfänger erhalten.

  • Betreff: 1 bis max. 2 Symbole im Betreff sind ok. 1 Rufzeichen ist ok. Gehe sparsam mit diesen Stilmitteln um.
  • Ob jemand weiterliest und Interesse zeigt, entscheiden die ersten 2-3 Sätze oder zusammenhängenden Wortketten.
  • Im E-Mail Fließtext könnt ihr mit ein paar Elementen, Abwechslung schaffen und den Textfluss optisch aufwerten.


Weniger kann mehr sein

Wert schaffen. 
Texte mit leeren Phrasen oder Floskeln, angereichert mit grafischen Icons... (hinterfragt, wohin das geführt hätte). Menschen lieben Werte, dafür investieren sie Geld. Schafft Werte. Begründet den Wert. Gebt positive, bestärkende Beispiele.

Humor und Leichtigkeit integrieren. Fühlt ihr euch nach dem Lesen eurer E-Mails besser/weniger toll. Erleichtert/belastet? Inspiriert/gelangweilt? Berührt/kalt?

Welche Energien strahlen eure E-Mails aus? Welche Energien aufnehmen, tun eurer Zielgruppe gut?

Worte vermögen eine Menge! Ja, Worte (und wie etwas gesagt wird / in welchem Zustand) sind entscheidend (wer vermögend ist/wird/bleibt).

Ihr führt den Fokus der Leser mit euren Worten.

Geht verantwortungsvoll damit um.

Was ich gut finde, ist wenn auf dem Papier die Dinge gehaltvoll sind - bis auf ein paar Auflockerungen. Im Miteinander darf das anders sein. Auf dem Papier wisst ihr nie, wer das las, wie es wirkte und in welchem Zustand sich jemand gerade befand.

Für bessere Ergebnisse: Nutzorientiert schreiben.

  • Eure Zielgruppe:
  • Wo liest sie? Was liest sie normalerweise?
  • Ist sie sehr beschäftigt?
  • Welche Worte würdet ihr auf ihrem AB hinterlassen, wenn ihr 30 Sekunden Zeit hättet, über das zu sprechen, um was es in dieser E-Mail ging.

Macht euch Gedanken, wie ihr Wirkungen erreicht. Wie fühlt ihr euch, wenn ihr jetzt gerade tippt? Das prägt sich energetisch im Text ein.


7. E-Mail-Listen regelmäßig bereinigen

Listen-Hygiene ist wichtig. Nutze ein Tool wie Mailercheck.com , um die Zustellung an E-Mail Adressen zu gewährleisten.

E-Mails, die nicht zugestellt werden können (Hard Bounces), werden von den meisten E-Mail-Marketing-Dienstleistern, automatisch entfernt. Wenn nur das Postfach voll ist, geschieht das nicht.



Schlusswort

Erziele mit Hilfe obiger 7 Tipps eine bessere Zustellbarkeit deiner E-Mails und reduziere die Gefahr, dass Nachrichten als Spam aussortiert wurden.


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  • 26. März 2020
Matthias Szilagyi
 

Gibt auf diesem Blog Wissen und Erfahrungen weiter. Trinkt gerne guten Kaffee, achtet auf seine Ernährung und arbeitet an sich, wie es ihm möglich ist. (Er mag es, wenn Menschen lächeln.)

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