Autor: Matthias

aktualisiert am 03. Feb. 2022

Kostenloses Bezahlen per Smartphone, via POS-Zahlungsterminal

PayDirekt wirbt jetzt mit dem Freunde werben Freunde Programm. Eine Community im Internet schätzt an PayDirekt den Firmenstandort Deutschland. Woran liegt es? Vielleicht an der Versteuerung des Gewinns einer deutschen GmbH, vielleicht am Datenschutz?

Aus meiner Sicht ist es nicht so leicht, Neukunden für PayDirekt zu gewinnen. Viele nutzen z. B. Paypal seit längerer Zeit. Wenn der Rückversand etwas kostet und nicht vom Verkäufer getragen wird, trägt diese Gebühr dann Paypal. Auch der Käuferschutz ist gegeben, solange man dranbleibt. Vieles ist bei Paypal automatisiert, und man sollte auch mit Paypal besser nur bei seriösen Händlern einkaufen.

Wenn der Verkäufer Ware verschickt, aber der Zustand der Ware abweicht, haftet hier nicht der Käuferschutz. Es handelt sich um Mängel, man kann auf Kulanz hoffen. Achtsamkeit bleibt wichtig. Man sollte nicht irgendwo kaufen und sich alleine auf einen Käuferschutz verlassen.

Eine weitere Alternative zu Paypal und PayDirekt ist der Zahlungsservice von Klarna. Hier kann der Käufer über Klarna, auf Rechnung bezahlen. Die bestellte Ware kommt meist innerhalb von 14 Tagen. Der Käufer hat die Ware erhalten und kann dann den Kaufpreis überweisen. Zum Schutz der Händler, wird dabei zuvor beim Käufer eine Bonitätsprüfung durchgeführt.

Wer gerade nicht zahlen kann, kann in Klarna die Zahlung auf eine Ratenzahlung umstellen. Es gibt hier mehrere Lösungen für den Käufer, die er wählen kann. (Bis 200€, mit wenigen Klicks möglich.)

Wo ich die Chance für PayDirekt sehe, ist dort zu schauen, was Paypal und Klarna nicht bieten können. Sie haben keine Girokonten und sie haben keine Automaten, außerdem haben sie keine Filialen vor Ort, für die Kunden.

Paypal bietet z. B. bereits an, das Paypal-Konto aufzuladen mit Guthaben. Dadurch kann man wie auf Prepaid-Basis, mit Paypal bezahlen. Man überweist dazu zuvor das Geld auf ein Bankkonto von Paypal. (Interessant ist das kaum. Eigentlich jeder Nutzer fügt bei Paypal mindestens sein Bankkonto hinzu, für den Bankeinzug per Lastschrift.)

PayDirekt könnte hier anders arbeiten. Sie verknüpfen das PayDirekt Konto mit dem Girokonto. Dann im zweiten Schritt könnte der Kunde das Geld am Bankautomat oder per Online-Banking, auf sein PayDirekt Wallet buchen. Das Geld wird dort gutgeschrieben. Es wäre vergleichbar einfach, wie die Aufladung eines Prepaid-Handys.

PayDirekt könnte dabei nur das Geld einziehen, was auf diesem „Prepaid Konto“ eingezahlt wurde. Ein direkter Kontoeinzug des Betrags wäre dann nicht erforderlich und wer online bezahlen wollte - ohne seine Kontodaten mitzuteilen - lädt zuvor am Bankautomat oder im Online-Banking, einen frei wählbaren Betrag auf.

Die Sperrgrenze könnte bei 5.000€ liegen, für Wallet-Guthaben bei PayDirekt. Die meisten Kunden könnten damit dann online einkaufen.

Man bezahlt dann per PayDirekt in einem Shop, loggt sich anschließend bei PayDirekt auf deren Webseite ein (mit e-Mail und Passwort), und wählt „Zahlung per Guthaben“.

Im Falle vom Käuferschutz, erhält der Kunde dann sein Geld als Guthaben zurück erstattet. Das PayDirekt-Guthaben ließe sich auch wieder auf das eigene Girokonto zurückbuchen.

PayDirekt würde mit Hilfe dieser Option zu einer Geldkarte, die früher für Offline-Einkäufe vorgesehen war, sich allerdings nicht durchgesetzt hat.

Eine andere Möglichkeit wäre, PayDirekt mit der Funktion einer Debit-Kreditkarte zu kombinieren. Man lädt Guthaben per PayDirekt auf, was man dann direkt bei Händlern über die Debit-Kreditkarte ausgeben kann (unabhängig davon ob PayDirekt angeboten wird). Man lädt bspw. 200€ auf, wodurch sich dieses Guthaben für alle Einkäufe - online wie offline - nutzen lässt.

Eine Paydirekt-Debit-Kreditkarte könnte es als virtuelle (in der App verfügbare) oder physische Kreditkarte geben. Die physische Kreditkarte könnte dabei einen Aufpreis kosten oder an einen jährlichen Mindestumsatz gebunden sein, um sie kostenfrei nutzen zu können.

Eine Premium PayDirekt-Visa oder -Mastercard könnte dann zusätzlichen Schutz bieten. Man hätte erweiterten Käuferschutz, bspw. nicht nur bei ausbleibender Lieferung, sondern vielleicht auch bei mangelhafter Neuware, gelieferten Plagiaten oder bei Problemen im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung.

Eine PayDirekt Debit-Kreditkarte könnte als Alternative zu Angeboten kostenloser Kreditkarten angeboten werden, wobei ich diese Möglichkeit für weniger sinnvoll halte. Eine echte Kreditkarte gibt es bei anderen Anbietern über das Internet kostenfrei und nicht jeder (Online-)Händler akzeptiert Debit-Kreditkarten. Teilweise können Zahlungen abgelehnt werden.

Man sollte sich auf den Service konzentrieren. Banken und Sparkassen haben keine „kostenlos“ Mentalität. Und die aktuelle Zeit zeigt, dass selbst Direktbanken wie die DKB, nachgeben müssen. Es gibt für Neukunden keine kostenlose EC-Karte mehr, und die für alle Kunden kostenlose Kreditkarte wird auf eine Debit-Karte abgestuft. In der Praxis dürfte sich dadurch dennoch wenig für die Kunden ändern.

Was ich an der DKB Bank vorbildlich finde, ist die Zustellung der PDF-Dateien wie Konto-Auszüge, Hinweise und Kreditkarten-Abrechnungen, in mehreren Ordnern, online. Man kann diese Dateien in einen Online-Tresor mit 25MB Speicher kopieren, sodass diese über Jahre abrufbar bleiben. Im Online-Tresor können ebenfalls Unterordner angelegt werden. Es genügt, alle paar Monate die Auszüge und Kreditkarten-Abrechnungen im Online-Tresor abzulegen.

Über eine mobile App wie Banking4 kann man die Kontoumsätze seiner Banken und die Kreditkartenumsätze jederzeit einsehen. Eine direkte regelmäßige Einsicht in die Kontoauszüge bleibt damit optional.

Für Verkäufer und Händler stehen andere Punkte im Vordergrund.

Guter Service, Transparenz, wettbewerbsfähige Preise, Bewertungen der Kundenerfahrungen auf unabhängigen Plattformen, Käuferschutz-Siegel wie TrustedShops und eine schnelle Auslieferung der Produkte.

Ein Zahlungsanbieter alleine entscheidet nicht, ob der Kunde kauft oder nicht.

Es gibt andere wichtigere Faktoren, die hier im Vordergrund stehen. Wichtig ist, dass der Shop die Zahlungsart anbietet, die der jeweilige Kunde bevorzugt nutzt. Ansonsten kann es passieren, dass der Kunde die Bestellung abbricht und anderswo bestellt.


Autor:

Matthias


Matthias betreibt diesen Blog und beschäftigt sich mit Online Marketing, E-Mail- und Affiliate-Marketing. Er schätzt die Natur und das, was die Menschen in ihrer Balance hält. Das weite Land und die Berge sind für ihn etwas ganz besonderes.


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