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Reseller/Master-Reseller/PLR-Lizenzen – Wodurch unterscheiden sie sich

Lizenzen geben vor, wie man Inhalte nutzen darf. Die Lizenz mit der größtmöglichen Freiheit ist die PLR Lizenz.

Mit der PLR-Lizenz darf man Inhalte nutzen, als wäre man selbst der Autor. Man darf sie umschreiben, übersetzen und auf der ganzen Welt verkaufen - auch unter anderem Namen. (Sofern es nicht untersagt ist, darf man die Inhalte auch mit PLR-Rechten weiterverkaufen.)

​Es gibt nicht nur die PLR-Lizenz. Häufig am Markt vertretene Lizenzformen für digitale Inhalte sind:

  • Reseller Lizenz (Wiederverkaufs-Lizenz)
  • Master Reseller Lizenz (Erweiterte Wiederverkaufs-Lizenz)
  • PLR Lizenz (Private Labeling Lizenz - beliebige Nutzung)

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Reseller-Lizenz

Unter dieser Lizenz findet man Inhalte bzw. Werke, die man wie folgt weitervermarkten darf:

  • Die Inhalte als Bonus einem vorhandenen Bezahl-Produkt hinzufügen.
  • Die Inhalte unverändert einzeln verkaufen. (vereinbarte Mindestverkaufspreise beachten)
  • Je nach Lizenzvereinbarung dürfen Reseller-Produkte an Newsletter-Abonnenten verschenkt werden.

Zu beachten

  • Die Rechte an den Reseller-Inhalten liegen beim Verkäufer. Man darf die Reseller-Lizenz nicht weiterverkaufen.
  • Reseller-Inhalte dürfen nicht - weder inhaltlich, noch grafisch - abgeändert werden.

    Master-Reseller-Lizenz

    Die Master-Reseller-Lizenz ist eine erweiterte Reseller-Lizenz.

    • Mit dieser Lizenz darf man die Inhalte selbst mit Reseller-Lizenz an Dritte weiterverkaufen.

    Zu beachten

    • Gibt es keine andere Vereinbarung, darf die Master-Reseller-Lizenz ebenso an Dritte weiterverkauft werden.

    PLR-Lizenz

    (Die Abkürzung PLR steht für "Private Label Rights")

    Unter dieser Lizenz finden sich Inhalte bzw. Werke, die man für beliebige Zwecke nutzen kann:

    • Die Inhalte dürfen beliebig verändert werden - grafisch wie inhaltlich.
    • Eine Übersetzung in andere Sprachen ist erlaubt.
    • PLR-Inhalte können miteinander kombiniert werden. Ebenso können sie in ein anderes Format (Videokurs, Podcast, Hörbuch) umgewandelt werden.

      Lizenzvergleich

      Verwendung

      Reseller-Recht

      Master-Reseller-Recht

      PLR-Recht

      Inhalte verkaufen
      (einfaches Nutzungsrecht)

      Ja

      Ja

      Ja

      Inhalte verschenken

      Nein

      Nein

      Ja

      Reseller-Rechte weiterverkaufen

      Nein

      Ja

      Ja

      Master-Reseller-Rechte weiterverkaufen

      Nein

      Ja

      Ja

      PLR-Rechte weiterverkaufen

      Nein

      Nein

      Ja

      Umwandlung der Inhalte,
      z. B. in ein Hörbuch

      Ja

      Ja

      Ja

      Freie Nutzung der Inhalte

      Nein

      Nein

      Ja

      Hinweis:
      Verträge können individuelle Vereinbarungen umfassen. Immer den Nutzungsvertrag lesen und im Zweifel den Verkäufer vor dem Kauf fragen.

      Fazit

      Wenn möglich, sollte man sich für die PLR-Lizenz entscheiden. Sie gibt einem die Freiheit, die Inhalte beliebig zu nutzen. Möchte man bspw. in einem E-Book nur 1-2 Sätze ändern, erschwert es die Sache.

      Im Falle von Master-Reseller- und Reseller-Lizenzen erhält man nur das fertige PDF. Gefällt einem daran nur eine Kleinigkeit nicht, beispielsweise das Cover auf der 1. Seite, lässt sich daran nichts ändern. Ebenso ärgerlich ist es, wenn einzelne Absätze veraltete Informationen enthalten oder tote Links enthalten.

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      • Updated 9. Februar 2018
      Matthias Szilagyi
       

      Matthias Szilagyi ist Onlinemarketer. Es macht ihm Spaß, Produkte zu bewerben sowie Wissen und Erfahrungen weiterzugeben. Das ganze nebenberuflich und stressfrei.

    • Leah Schurr sagt:

      Hallo Matthias, darf ich dich etwas fragen? Ich möchte meine selbst verfassten eBook-Ratgeber mit einer PLR-Lizenz an einen PLR-Shop verkaufen. Sie möchten ein Preisangebot, ich habe jedoch keine Ahnung, was ich da verlangen kann. Die eBooks sind durchweg sehr gut recherchiert und geschrieben, was den Stil und die Grammatik betrifft. Kannst du mir einen Rat geben?
      Liebe Grüße,
      Leah

      • Matthias Szilagyi sagt:

        Hallo Leah,

        es wäre vorteilhaft wenn du wüsstest, wie viel man für das E-Book im Handel verlangen kann. Wenn du eigene Verkaufszahlen vorweisen kannst, hast du eine bessere Verhandlungsbasis.

        Denke bei einer Preisnennung darüber nach, dass du mit dem Preis jederzeit noch runter gehen kannst, aber vom Gegenteil dürftest du den Käufer nur schwer überzeugen können.

        Um Ratgeber E-Books erfolgreich zu verkaufen sind generell diese Punkte wichtig. A) eine große Zielgruppe mit einer Dringlichkeit für die Problemlösung, B) der Verkaufstext und C) die inhaltliche Qualität.

        Fallen deine E-Books in diese Kategorie, wirst du mit ihnen eine bessere Verhandlungsbasis haben, denn der PLR-Shop hat damit bessere Aussichten, die E-Books weiterzuverkaufen.

        Wenn du planst, die E-Books auch selbst verkaufen zu wollen, lege fest, dass es Mindestverkaufspreise gibt. Manche verramschen sonst die E-Books (wenn nicht gleich, dann irgendwann) und je nachdem an wen du verkaufst und was dieser damit anfängt, lässt sich dann nicht mehr viel damit verdienen.

        Zum Preis: Angenommen, wenn du selbst ein E-Book in Auftrag gibst (natürlich hängt das vom Umfang, der Tiefe und letztlich auch der Seitenzahl ab, welche ja immer noch Menschen überzeugen – nach dem Motto: viel bringt viel), würde das zwischen 500 und 2.000 Euro kosten, wenn du es von einem Ghostwriter schreiben lässt.

        Das zum Preis. Andere Frage: Wenn die Qualität gut ist, warum vertreibst du die E-Books nicht selbst, z. B. über Digistore24. Anstatt der PLR-Lizenz betreibst du ein Affiliateprogramm mit beispielsweise 50% Provision.

        Eine andere Lösung wäre noch, dass du selbst die E-Books mit PLR Rechten verkaufst, es allerdings nicht gestattest, die Verkaufslizenz weiterzugeben. Käufer können dann das E-Book beliebig verändern und selbst verkaufen. In Kombination mit einem Mindestverkaufspreis verhinderst du damit, dass das E-Book verramscht wird.

        Alles hängt davon ab, wie du dir vorstellst, vorzugehen. Jede Vorgehensweise hat ihre Vor- und Nachteile. Wäge ab, welche Strategie für dich am besten passt.

        Falls du bisher keine PLR Lizenz für eines der E-Books verkauft hast und exklusiv an nur einen PLR-Shop verkaufen willst, könntest du einen höheren Preis verlangen. Der Shop hätte in diesem Fall bessere Verkaufschancen. Vorausgesetzt, inhaltlich ist es hochwertig.

        Wenn du an einen eigenen Vertrieb denkst, mach es größer. Ein E-Book alleine ist zu wenig. Du kannst einen Videokurs daraus machen. Du kannst eine Community schaffen, z. B. über eine Facebook Gruppe. Auf diese Weise kannst du, wenn du ein Thema selbst vermarktest, höhere Preise verlangen. Das ist wichtig. Denn von günstigen E-Books, wer kann davon seinen Lebensunterhalt bestreiten. Nur wenn du mehr bietest, kannst du mehr verlangen, nicht wahr?

        Hand auf’s Herz: Bücher und E-Books gibt es schon so viele. Auch wenn sie super geschrieben sind, du weißt wie es ist. Ohne regelmäßige Tritte in den Hintern und Motivation aus der Community ist es gefühlt 5x so schwer, anzufangen und dran zu bleiben.

        Schau über den Tellerrand hinaus, bevor du überlegst, E-Books an PLR Händler zu verkaufen. Denke groß. Wenn du klein denkst, gehst du in der Masse unter, so wie alle anderen, die das tun, was alle tun.

        Einmal etwas zu verdienen mit einem Lizenzverkauf ist gut. Aber es sind einmalige Einnahmen. Wenn du dir zutraust, etwas großes aufzubauen, verkaufe keine PLR Rechte, wäre mein Rat.

        Ich sehe, ein E-Book verkaufst du für 5,70€. Die Zielgruppe nimmt es als ein Buch von vielen wahr. Mit einer eigenen Webseite, einem guten Werbetext, einem Mitgliederbereich mit persönlichem Begrüßungsvideo und einer aktiven Betreuung per Facebook Gruppe könntest du für das Angebot bestimmt 27-47€ verlangen.

        Wie viel kostet Trinker ihr Leben. Täglich ein Wein sind 50-200€ monatlich, je nach Budget. Alkoholiker geben monatlich einiges an Geld aus. Dieses Argument kannst du anbringen, wenn du über einen eigene Webseite verkaufst. Bei einem Amazon E-Book Verkauf ist das schwieriger. Du kannst das Argument bringen, aber in der Artikelbeschreibung geht es leicht unter.

        Schau dir die Webseite von Amazon an. Zu viel Ablenkung. Zu viel Eigenwerbung für Amazon und am Ende der Seite hast du noch die Konkurrenz im Nacken, die ihre eigenen E-Books präsentieren.

        Amazon ist für hochwertige und teuere digitale Produktverkäufe als Plattform eher ungeeignet. Du willst im Mittelpunkt stehen mit deinem Produkt. Bei Amazon steht dein E-Book und dessen Thema weniger im Fokus, als es möglich wäre.

        Liebe Grüße und danke für die interessante Frage.

        Matthias

        • Leah sagt:

          Danke, Matthias, für deine freundliche und ausführliche Antwort! Du hast Recht, ich werde es mir überlegen, meine eBooks (ich habe insgesamt vierzehn Ratgeber-eBooks geschrieben) vielleicht doch über meine Webseite anzubieten, am besten mit Email-Marketing über einen Autoresponder. Deine Seite mit der tollen Information habe ich mir schon abgespeichert!
          Da ich jetzt wieder für einen Kinderbuchverlag als Autorin tätig bin, hatte ich mir zunächst gedacht, mit den eBooks aufzuhören (ich habe schon fast alle bei Amazon und auf meiner Seite herausgenommen!). Aber eigentlich hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Ein Versuch ist es jedenfalls wert. Vielen, vielen Dank für deine Hilfe 🙂

          • Matthias Szilagyi sagt:

            Du weißt viel und ich kann mir vorstellen, dass du Seminare und Kurse zum Thema Gesundheit bzw. gesundes Leben / Leben in Balance anbietest.

            Wenn du ein Seminar bzw. einen Vortrag hältst, kannst du diesen z. B. auch aufzeichnen und zusätzlich online vertreiben. In jedem Fall kannst du ihn auf YouTube stellen und damit deine Reichweite erhöhen.

            Du könntest auch alle häufig gestellten Anfragen zu deinen Büchern in einem YouTube Video beantworten.

            Richtig, das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Du kannst beides machen, ganz wie du willst.

            Wichtig ist, dass es dir Spaß macht und dir nicht wie Arbeit vorkommt. 🙂 Das ist wichtig, gerade weil du ja schon als Autorin arbeitest. Jeder braucht genügend Freizeit und niemand sollte nur für die Arbeit leben, auch wenn sie Spaß macht.

    • michileesch sagt:

      Hallo Matthias,

      ja ich weiß der Beitrag ist schon älter 🙂 Wenn ich ein Ebook mit der Master Resell Lizenz erworben habe kann ich das auch verschenken? Darüber finde ich nirgends was 🙁

      Gruß
      Michi

      • Matthias Szilagyi sagt:

        Hallo Michi,

        egal, das Alter der Beiträge spielt keine Rolle. 🙂

        Bei den Lizenzen gibt es meistens immer ein paar Unterschiede, je nach Aussteller. Im Normalfall, wenn nichts dabeisteht, würde ich Nein sagen. Aber frag am besten den, der dir die Lizenz ausgestellt hat. Bei der PLR-Lizenz darfst du alles damit machen, auch verschenken.

        Viele Grüße
        Matthias

        • Michael P sagt:

          Hallo Matthias,

          dass man bei einer PLR-Lizenz automatisch verschenken darf, stimmt offensichtlich so nicht. Kann nur empfehlen, den Lizenzvertrag durchzulesen, denn bei einigen Anbietern steht ausdrücklich drin, dass ein Verschenken verboten ist.

          TIPP: Man kann sehr oft aus einem PLR-Produkt (ebook) eine Checkliste erstellen und diese fällt als eigenes Produkt nicht unter die Lizenzvereinbarung. Diese kann verschenkt werden (und hilft gleichzeitig das ebook zu bewerben… 😉 )

          Schöne Grüße

          Michael P

          • Matthias Szilagyi sagt:

            Hallo Michael,

            das letzte Wort hat der Anbieter. Im Artikel steht, dass es Abweichungen geben kann. Die Tabelle beschreibt, wie die Unterschiede normalerweise ausfallen.

            Was ein Verkäufer aus seiner PLR-Lizenz macht und wie er das Nutzungsrecht gestaltet, ist ihm überlassen.

            Im Zweifelsfall oder bei ungenauen Formulierungen empfehle ich die Rücksprache mit dem Lizenzgeber. Am besten per E-Mail, sodass ein Nachweis vorliegt.

            Ich gebe dir Recht. Es ist wichtig, den Lizenzvertrag zu lesen.

            Eine gute Idee mit der Checkliste.

            Danke für die Rückmeldung.

    • Hallo Matthias,

      ein schön knapp gehaltener Beitrag zum Thema PLR vs. Resale-Rights. Deine stichpunktartige Schreibweise gefällt mir.

      Ich hatte dieses Thema im Mai in meinem Blog auch schon mal aufgegriffen – allerdings in “Langschreibweise”
      PLR vs. RR – Die Unterschiede

      Ich stimme Dir natürlich voll zu – PLR ist der klare Gewinner – unter der Massgabe, dass man die Inhalte individualisiert.

      Wie gesagt, schöner Blog, werde ihn weiter verfolgen.

      MFG Bert

      • Matthias sagt:

        Hallo Bert,

        danke für deinen Kommentar.
        Rückmeldungen sind für mich sehr wichtig, ansonsten tappe ich darüber im Dunkeln, was gut ankommt und was meine Leser interessiert.

        Die “Langschreibweise” ist ideal für Besucher, die sich mit den Unterschieden zwischen PLR und RR noch intensiver beschäftigen möchten.

        Schön, dich als (Stamm-)Leser 😉 begrüßen zu dürfen.

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